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  • AutorenbildKerstin Tscherpel

Zwischen den Welten

Aktualisiert: 1. Apr. 2023

Eine ehemalige Kollegin machte mal die Bemerkung, wie krass bewusstseinserweiternd die Erfahrung in Indien zu leben, wohl sein muss. Das kam mir zu diesem Zeitpunkt etwas übertrieben vor.

Jetzt nachdem wir mit unseren vielen Erfahrungen in Indien aber wieder in Deutschland waren, hatte sie glaube ich doch Recht damit. Ohne, dass es uns groß aufgefallen wäre, hat das Leben in Indien mit seinen vielen Eindrücken unsere Ansichten geändert. Das ist mir jetzt bei unserem weihnachtlichen Heimaturlaub bewusst geworden. Das Leben in Deutschland und auch die Menschen dort scheinen wie stehengeblieben. Alles ist genau wie früher bzw. vor eineinhalb Jahren. Keiner hat sich irgendwie groß verändert, so als wäre die Zeit stehen geblieben.


Als ich mit meiner Freundin shoppen war, hab ich ihr diesen irritierenden Eindruck beschrieben. Daraufhin meinte sie völlig nüchtern, was ich denn erwartet hätte. So genau, weiß ich das eigentlich nicht. Ich weiß nur, dass ich das nicht erwartet habe.


Ich betrachte die gehetzten Menschen beim Aldi, die ihre überteuerten Einkäufe mühsam selbst auf's Band packen und nach dem Abkassieren hektisch in Tüten stopfen. Schwer bepackt geht man dann in den kalt, nassen deutschen Winter zum Auto. Die Mühsal des Alltags steht den Menschen ins Gesicht geschrieben.

Ich bin so froh und dankbar, dass sich uns die Chance geboten hat, dieses Hamsterrad zu verlassen und dass wir den Mut hatten, diese Chance zu ergreifen.


Wenn ich jetzt sagen müsste, warum unser Leben in Indien soviel besser ist, würde ich es im Wesentlichen wohl an drei Punkten festmachen:


  1. dem Klima: es ist einfach großartig, wenn es acht Monate im Jahr Sommer ist und die meiste Zeit die Sonne scheint. Das hebt unglaublich das Gemüt.

  2. dem Personal und dem Service: es ist einfach großartig die Wohnung nicht mehr selbst putzen zu müssen und dadurch mehr Freizeit zu haben.

  3. den geringen Lebenshaltungskosten: es ist einfach großartig für eine riesige Papaya nur 1 € zu bezahlen.


Das Alles und vielleicht auch diese spezielle Existenz in der Expatblase, ein Ort zwischen den Welten, machen das Leben in Indien viel leichter.


Die Auslandserfahrung hat mir auf jeden Fall die Augen geöffnet. Denn wenn mich der Aufenthalt hier in Indien etwas gelehrt hat dann, dass nichts so ist, wie es scheint. Wie verzerrt war mein Bild von Indien, durch das was man in Deutschland davon berichtet bekommt. Wie völlig anders ist Indien, wenn man es mit eigenen Augen erlebt.

Wie ist das Leben dann wohl in anderen Ländern?

Die Neugier auf andere Länder ist groß und so träume ich von einer Reise mit dem Auto über die Seidenstraße zurück nach Deutschland, wenn unsere Zeit hier um ist. Nur meinen Mann muss ich von dieser abenteuerlichen Idee noch überzeugen.



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